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Gehölze im Herbst pflanzen: warum das besser ist als im Frühjahr

Die meisten Gartenarbeiten im Herbst haben Aufräumcharakter. Die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern ist die Ausnahme — hier ist der Herbst nicht die zweite Wahl nach dem Frühjahr, sondern die bessere von beiden.

Der Grund ist einfach. Im Herbst ist der Boden vom Sommer noch durchwärmt, die Luft aber schon kühl — die Pflanze muss also kein Laub versorgen und steckt alle Energie in die Wurzeln. Bis zum Frühjahr baut sie ein Wurzelsystem auf, und im Mai, wenn die erste Trockenheit kommt, hat sie etwas, woraus sie schöpfen kann. Die Frühjahrspflanzung hat diesen Vorteil nicht: Die Pflanze treibt sofort aus und muss gleichzeitig wurzeln und wachsen.

Wann genau gepflanzt wird

Das ideale Fenster reicht von Mitte Oktober bis Ende November — nach dem Laubfall und bevor der Boden durchfriert. Eine einfache Regel genügt: Solange sich der Boden graben lässt, kann gepflanzt werden.

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Was im Herbst gepflanzt wird und was nicht

GruppeHerbstpflanzungAnmerkung
LaubgehölzeidealApfel, Birne, Pflaume, Johannisbeere, Stachelbeere
Rosenidealnach dem Pflanzen die Veredelungsstelle anhäufeln
Laubabwerfende HeckenidealHainbuche, Liguster, Hartriegel
Nadelgehölze und Immergrüneeher Septembermüssen früh anwurzeln, sie verdunsten den Winter über
Pfirsich, Aprikosebesser Frühjahrjunge Bäume neigen zum Zurückfrieren
Lorbeer, Feige, Zitrusneinfrostempfindlich, erst im Frühjahr pflanzen

Wurzelnackte Ware — die Herbstspezialität

Im Herbst wird sogenannte wurzelnackte Ware verkauft — ohne Topf, mit freiliegenden Wurzeln. Sie ist deutlich günstiger als Containerware und wächst ebenso gut an, hat aber eine Bedingung: Die Wurzeln dürfen niemals austrocknen. Zwischen Kauf und Pflanzung in feuchtem Sackleinen eingeschlagen halten oder einschlagen. Eine Stunde in der Sonne auf der Schubkarre kann die Pflanze töten.

Pflanzen Schritt für Schritt

  1. Pflanzloch doppelt so breit wie der Wurzelballen, aber nicht tiefer. Zu tief gepflanzte Bäume kümmern und sterben oft nach Jahren ab.
  2. Lochwände aufrauen — in schwerem Boden wirken glatte Wände wie ein Blumentopf, die Wurzeln kommen nicht hinaus.
  3. Wurzeln ausbreiten — bei wurzelnackter Ware gleichmäßig nach außen; bei Containerware am Ballenrand kreisende Wurzeln auflockern oder anschneiden.
  4. Wurzelhals auf Bodenniveau lassen — bei veredelten Gehölzen muss die Veredelungsstelle über der Erde bleiben.
  5. Mit dem Aushub verfüllen, nicht mit reinem Kompost — ein zu reiches Pflanzloch hält die Wurzeln davon ab, in den umgebenden Boden zu wachsen.
  6. Gießrand formen und durchdringend wässern — 20–30 Liter je Baum, auch bei Regen. Das Wasser schlämmt die Erde an die Wurzeln.
  7. Pfahl setzen — ab 1,5 m Pflicht. Den Pfahl vor dem Pflanzen einschlagen, nicht danach, um die Wurzeln nicht zu durchbohren.
  8. Mulchen — 5–7 cm Rinde oder Laub, aber einen freien Ring um den Stamm lassen.
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Was nach dem Pflanzen nicht vergessen werden darf

  • Auch im Herbst gießen — folgt auf die Pflanzung eine Trockenphase, bis zum Bodenfrost weiter wässern. Trockenheit, nicht Frost, ist die häufigste Todesursache frisch gepflanzter Gehölze.
  • Stammschutz gegen Verbiss — Spirale oder Drahtgeflecht. Hasen und Wühlmäuse nehmen junge Rinde im Winter als erste Wahl.
  • Weißanstrich oder Schilfmatte an der Südseite des Stammes gegen Frostrisse — sie entstehen an sonnigen Wintertagen, wenn sich die Rinde tagsüber erwärmt und nachts schlagartig gefriert.
  • Schnitt erst im Frühjahr — nach der Herbstpflanzung nicht einkürzen, bis zum Spätwinter warten.

Häufige Fragen

Ist es wirklich besser, Bäume im Herbst statt im Frühjahr zu pflanzen?

Bei laubabwerfenden Gehölzen ja. Der Boden ist im Herbst warm, die Niederschläge verlässlich, und die blattlose Pflanze steckt alle Energie in die Wurzeln — bis zum Frühjahr hat sie eine ganze Saison Vorsprung. Bei Nadelgehölzen, Immergrünen und frostempfindlichen Arten (Pfirsich, Aprikose) ist das Frühjahr dagegen sicherer.

Bis wann kann man im Herbst Gehölze pflanzen?

Solange sich der Boden graben lässt und nicht durchgefroren ist — unter normalen Bedingungen etwa bis Ende November, in milden Wintern auch im Dezember. Entscheidend ist, dass nach der Pflanzung noch einige frostfreie Wochen bleiben, in denen die Pflanze Anschluss an den umgebenden Boden findet.

Muss ich ein neu gepflanztes Gehölz im Herbst gießen, wenn es regnet?

Ja, unmittelbar nach der Pflanzung auf jeden Fall. Das Gießen dient nicht nur der Wasserversorgung, sondern vor allem dem Anschlämmen der Erde an die Wurzeln — es füllt die Hohlräume, in denen Wurzeln austrocknen würden. Die 20–30 Liter bei längerer Trockenheit bis zum Bodenfrost wiederholen.

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